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Warum viele HR-Systeme plötzlich merken, dass sie jahrelang im Nebel unterwegs waren

Pay Transparency ist eines dieser Themen, die lange abstrakt wirken – bis sie plötzlich sehr konkret werden. Jahrelang war Vergütung etwas, das „irgendwie funktioniert“ hat. Payroll lief, Gehälter wurden ausgezahlt, Sonderfälle geregelt, historische Besonderheiten mitgeschleppt. Solange niemand zu genau hinsah, war das ausreichend. Mit der EU-Entgelttransparenzrichtlinie ändert sich das schlagartig. Plötzlich reicht es nicht mehr, dass Zahlen stimmen. Sie müssen erklärbar, vergleichbar und begründbar sein.

Herausforderung Transparenz

In vielen Unternehmen fühlt sich dieser Moment an, als würde man zum ersten Mal bei Tageslicht auf eine Strecke schauen, die man jahrelang im Nebel gefahren ist. Man ist angekommen, ja. Aber wie genau man dort hingekommen ist, lässt sich rückblickend nur schwer rekonstruieren. Und genau hier beginnen die eigentlichen Herausforderungen von Pay Transparency.

Rein fachlich ist das Thema schnell beschrieben. Unternehmen müssen künftig in der Lage sein, Vergütungsunterschiede transparent darzustellen, Vergleichsgruppen zu bilden und objektive Kriterien offenzulegen. Technisch bedeutet das jedoch weit mehr als ein neues Reporting. Es bedeutet, dass HR-Systeme etwas leisten müssen, wofür sie ursprünglich oft nie gedacht waren: Sie müssen nicht nur verwalten, sondern erklären.

Verteile Datenhaltung in verschiedenen HR-Systemen als Bremsklotz

In Projekten zeigt sich immer wieder, dass viele HR-Systemlandschaften historisch gewachsen sind. Unterschiedliche Tariflogiken, individuelle Zulagen, Sondervereinbarungen aus vergangenen Jahren, lokale Besonderheiten – alles für sich genommen nachvollziehbar, in Summe jedoch schwer greifbar. Die Daten liegen verteilt über HR-Core-Systeme, Payroll, Excel-Listen und individuelle Workarounds. Solange niemand nach Vergleichbarkeit fragt, funktioniert dieses Konstrukt erstaunlich stabil. Sobald Transparenz gefordert wird, wird aus Stabilität jedoch Intransparenz.

Man könnte sagen: Viele Organisationen haben ein Navigationssystem, das zuverlässig anzeigt, wo sie gerade stehen, aber keine saubere Karte mehr davon hat, wie die Straßen eigentlich verlaufen. Pay Transparency zwingt dazu, diese Karte neu zu zeichnen. Und das ist deutlich aufwendiger, als nur ein neues Ziel einzugeben.

Orientierung mit modernen Systemen wie Colmeia

Besonders deutlich wird das bei der Frage nach Stellen- und Jobarchitekturen. Viele HR-Systeme verwalten Stellen, aber sie bewerten sie nicht konsistent. Vergleichsgruppen existieren formal, aber nicht logisch. Kriterien sind implizit vorhanden, aber selten sauber dokumentiert. In solchen Umgebungen wird Transparenz schnell zum Risiko, weil Unterschiede sichtbar werden, ohne dass ihre Entstehung nachvollziehbar erklärt werden kann. Die Frage ist dann nicht mehr, ob Unterschiede existieren, sondern ob man sie vertreten kann.

Ein häufiger Trugschluss in diesem Zusammenhang ist die Annahme, dass Payroll-Systeme das Problem lösen könnten. Payroll rechnet korrekt ab, keine Frage. Sie weiß jedoch nicht, warum jemand genau dieses Gehalt erhält, wie es sich im Vergleich entwickelt hat oder ob es im organisationalen Kontext gerechtfertigt ist. Payroll kennt das Ziel, aber nicht die Route dorthin. Für Pay Transparency reicht das nicht mehr aus.

Was in vielen Projekten auffällt, ist der Zeitpunkt, zu dem das Thema Pay Transparency ernsthaft betrachtet wird. Oft geschieht das zu spät, nämlich dann, wenn Systeme bereits ausgewählt oder eingeführt sind. Dann wird versucht, Transparenz nachträglich „anzubauen“, meist über zusätzliche Reports oder externe Auswertungen. Das funktioniert technisch, fühlt sich aber an wie ein Navigationssystem, das erst nachträglich lernt, welche Straßen es eigentlich hätte anzeigen sollen.

Anforderungen an moderne HR-Systeme

Dabei wäre der sinnvollere Ansatz ein anderer. Pay Transparency ist kein Add-on, sondern eine strukturelle Anforderung. HR-Systeme müssen Vergütungslogiken abbilden können wie z.B. Workday. Sie müssen Vergleichbarkeit ermöglichen, nicht nur Speicherung. Und sie müssen in der Lage sein, Antworten zu liefern, wenn Fragen gestellt werden – nicht erst dann, wenn es rechtlich notwendig wird.

Gerade im europäischen Kontext kommt hinzu, dass Transparenz nicht nur technisch, sondern auch kulturell wirken muss. Mitarbeiter akzeptieren Unterschiede eher, wenn sie nachvollziehbar sind. Führungskräfte fühlen sich sicherer, wenn sie erklären können, warum Entscheidungen so getroffen wurden. HR gewinnt an Glaubwürdigkeit, wenn Systeme nicht nur Zahlen liefern, sondern Zusammenhänge.

Am Ende ist Pay Transparency weniger ein Compliance-Thema als ein Realitätscheck für die eigene HR-Systemarchitektur. Sie zeigt schonungslos, wo Logiken fehlen, wo Entscheidungen historisch gewachsen sind und wo Systeme eher verwalten als steuern. Die eigentliche Frage ist daher nicht, ob Unternehmen bereit für Pay Transparency sind, sondern ob ihre Systeme in der Lage sind, Orientierung zu geben, wenn der Nebel sich lichtet.

Oder anders formuliert: Was passiert, wenn jemand plötzlich fragt, warum zwei vergleichbare Rollen unterschiedlich vergütet werden – und das System keine Geschichte dazu erzählen kann? Genau hier entscheidet sich, ob Transparenz zur Belastung wird oder zur Chance.

Pay Transparency zwingt Unternehmen, ihre Route nachvollziehbar zu machen. Wer diese Arbeit jetzt strukturiert angeht, gewinnt nicht nur Rechtssicherheit, sondern Klarheit. Wer sie aufschiebt, wird zwar weiterfahren – aber ohne wirklich zu wissen, wie stabil der Weg ist, auf dem man unterwegs ist.

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Die aktuellen Rahmenbedingungen treiben die Digitalisierung konsequent voran. Oft ist dies gerade für die Personalorganisation eine Herausforderung. Aber auch für den Bereich HR ist es eine wesentliche Aufgabe verstärkt über die Digitalisierung von Prozessen nachzudenken. Für die Personalorganisation (Human Resources – HR) bedeutet dies, von papierbasierten Prozessen auf digitale umzusteigen, wie zum Beispiel beim Urlaubsantrag oder bei Krankmeldungen. Hierfür braucht es eine zielgerichtete und nachhaltige Auswahl einer HR-Software.

Doch wie können Sie unter hunderten von HR-Anwendungen die Richtige HR-Software für sich und die Bedarfe Ihres Unternehmens finden?

Die Entscheidung für die Digitalisierung der HR klingt in der Theorie erstmal einfach und oft wird in der Praxis sofort überlegt, welche Prozesse in welchen neuen Tools abgebildet werden können oder wie bereits existierende Tools noch besser genutzt werden können.

Doch damit fangen die Herausforderungen leider oft erst an. Schnell gilt es nicht mehr nur darum die operativen Fragen zu klären, sondern viel mehr auch um die strategische Ausrichtung: Soll die zukünftige HR-Software ein möglichst integriertes System sein oder sind verschiedene Spezialanwendungen für unterschiedliche Prozesse besser geeignet? Soll die Software im eigenen Haus betrieben werden, oder in der Cloud?

Die wohl essenzielle Frage, die oft aus den Augen verloren wird, ist dabei vor allem die Frage nach dem Nutzen und dem Mehrwert einer neuen HR- Software Lösung. Wie kann die neue HR-Software Lösung die Unternehmens- und HR-Strategie unterstützen? Welche kurz-, mittel- und langfristig Vorteile bringt eine neue HR-Softwarelösung für das Unternehmen, die Führungskräfte, Mitarbeiter, den Betriebsrat und die Personalorganisation?

Ein bewährtes und strukturiertes Vorgehen ist der Kompass im System-Dschungel

 

Erst nachdem die strategischen Fragestellungen geklärt und die strategischen Schwerpunkte der Personalorganisation dokumentiert sind, sollte man daraus die Anforderungen für die zukünftige Personalarbeit und auch die Personalorganisation sowie die Personalprozesse ableiten. Basierend auf diesen Überlegungen empfiehlt es sich, gemeinsam mit allen relevanten Stakeholdern ein Zielbild zu entwickeln. Dies beinhaltet in der Regel bereits technische Aspekte und Funktionalitäten. Aber wer weiß im Unternehmen schon, wie die gesuchte neue Software aussehen kann oder soll? Durch die hohe Zahl an potenziell passenden Systemen und deren schnelle Weiterentwicklung ist es fast unmöglich, die essenziellen Fragen zum unternehmensspezifischen Zielbild und Alternativen durch eigene Kräfte zu beantworten. Durch punktuelle externe Unterstützung in diesem Prozess kann sehr viel Zeit und Geld gespart sowie Frustration in der eignen Organisation vermieden werden. Das richtige Tool aus hunderten Angeboten herauszufinden, wird durch eine Internetrecherche allein nicht umfassend zu leisten sein, denn das Wesentliche steht nicht auf den Webseiten der Hersteller. Gerade durch qualifizierte Workshops mit den Anbietern und einer möglichst strukturierten und objektiven Bewertung durch die Fachexperten lassen sich die Dinge identifizieren, die wesentlich, aber nicht offensichtlich sind.

Wir bei WAHLER HR, können durch langjährige Erfahrung und unseren besonderen Beratungsansatz dabei sowohl einen wesentlichen Beitrag zur objektiven und schnellen Auswahl der geeigneten HR-Software-Anwendung leisten als auch bei der Implementierung gezielt unterstützen. Insbesondere die Entwicklung der internen Organisation, die durch die neuen digitalen Prozesse, Self-Services für Mitarbeiter und Manager und die damit verbundene Veränderung der Aufgaben die der Personalbereich erfährt, ist eine wesentliche Aufgabe. Gute Kommunikation und eine entsprechende Organisationsentwicklung führen zu deutlich erhöhter Akzeptanz und damit langfristig zu einem optimierten Return on Investment für das Unternehmen.

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Compliance und Risikominimierung durch Digitalisierung

Die Einführung der EU-DSGVO und insbesondere die aktuelle Corona-Krise zeigen eindrücklich, wie wichtig die Einführung einer digitalen Infrastruktur ist.
Die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen unter Berücksichtigung der Datenschutzrichtlinien für den dauerhaften wirtschaftlichen Erfolg ist gerade auch im Mittelstand entscheidend.

Nicht nur die aktuelle Krise zeigt, welche Bedeutung das Anbieten von digitalen Arbeitsplätzen und Prozessen haben kann. Dazu müssen aber gerade jetzt die Voraussetzungen geschaffen werden, da Chancen und Risiken sehr präsent sind und von vielen selbst erfahren werden.
Nur durch konsequenten Einsatz digitaler Medien, Prozesse und Systeme können die Herausforderungen zukünftig gemeistert werden.
Insbesondere der HR-Bereich zusammen mit der IT-Abteilung werden daher die treibenden Kräfte der Digitalisierung im Unternehmen werden.

Besonders die technischen Möglichkeiten von HR Cloud-Systemen treiben die Digitalisierung und ermöglichen die Einhaltung der DSGVO.

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